Dieses Zevenaar entstand 2020 und wurde als eine der 96 literarischen Antworten auf Doris Dörrises „Leben, schreiben, atmen“ 2022 in „Zwischen den Zeilen wohne ich noch immer“ veröffentlicht.
Im Haus meiner Eltern
Im Haus meiner Eltern
da wird mir ganz kalt
ich geh durch die Räume
und bin ganz allein
Die Wände, sie schweigen.
Im Haus meiner Eltern
da wird mir ganz kalt.
Im Haus meiner Eltern
beginn ich zu suchen
Da ist nichts, was suchst du?
Ich weiß nicht, ich such halt
Ich bin noch ein Kind.
Im Haus meiner Eltern
beginn ich zu suchen.
Im Haus meiner Eltern
da gibt es viel Stein
und eiserne Schnörkel
geputzt wird am Samstag
Die Tür ist verschlossen.
Im Haus meiner Eltern
da gibt es viel Stein.
Im Haus meiner Eltern
da wird nicht gelacht
kein Platz für den Leichtsinn
keine Zeit für das Kind
Die Arbeit ruft täglich.
Im Haus meiner Eltern
da wird nicht gelacht.
Im Haus meiner Eltern
da stelle ich Fragen
und klopfe an Mauern.
Schau hinter den Vorhang
Und weine ganz laut.
Im Haus meiner Eltern
da stelle ich Fragen.
Im Haus meiner Eltern
da wohnt noch der Krieg
ich atme ihn täglich
den bitteren Kampf
Die Sonne scheint draußen
Im Haus meiner Eltern
da wohnt noch der Krieg
Im Haus meiner Eltern
hab ich lange gesucht
dann bin ich gegangen
und blieb nicht allein
Schmeckte Leben und Liebe.
Im Haus meiner Eltern
hab ich lange gesucht.
Das Leben geht weiter und auch unsere Geschichten entwickeln sich weiter. 2022 wurde noch eine Strophe ergänzt.
Im Haus meiner Eltern
da nehme ich Platz
hab die Fenster geöffnet, scheint die Sonne herein
nehme Stift und Papier,
und ich schreibe ein Buch
Im Haus meiner Eltern
da nehme ich Platz.
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